Neues aus dem Kindergarten

Ein ganz normaler Kindergartentag Folge 15

Wie immer im Spätherbst ist es morgens dunkel und ungemütlich, wenn ich meinen Arbeitsweg in den Kindergarten antrete. An unserem neuen Eingang angekommen, geht über den Bewegungsmelder das Licht an und das satte Dottergelb an den Wänden unserer neuen Eingangshalle nimmt mich in die Arme. Farbe hebt die Stimmung, deshalb haben wir bei der Umgestaltung der Gemeinde- in Kindergartenräume viel Wert auf die Auswahl der Farben für Wände, Fußboden, Rollos und Möbeln gelegt.
Ich hänge meine Jacke auf und beginne meine Bürozeit von 7.00 Uhr bis 8.00 Uhr am Küchentisch. Eltern melden sich telefonisch und melden ihr Kind krank, Kinder erscheinen, um am „Winke-Fenster“ Mama oder Papa noch einmal zu verabschieden. Meine Kollegin Andrea hat ab 7.30 Uhr neun Kinder im Frühdienst, und am heutigen Morgen wird Musik gemacht.
Lasse erscheint, um sich zu verabschieden. Nach einem schmackhaften Kuss von Papa sagt er mir „Guten Morgen“ und dann: „Du Lechti, wenn ich groß bin, möchte ich auch Kindergarten-Gärtnerin werden!“ Toll, wir brauchen dringend Nachwuchs in unserem Beruf.
Nach und nach trudeln meine Kolleginnen ein; inzwischen sind wir ein Team von zehn Mitarbeiterinnen und wir suchen immer noch eine neue Kollegin. Das Geschehen in den Gruppen beginnt, und es wird laut und das Haus ist voller Trubel. Heute ist Wassergewöhnung im Otterbad dran und alle Kinder, die mitfahren, müssen um 8.45 Uhr, wenn der Bus da ist, startklar sein. Ich helfe Linus beim Anziehen, und dabei kommt es oft zu „ernsten Gesprächen“. Linus erklärt mir: „Du, wenn man tot ist, kommt der Lieferwagen, und wenn man den Arm gebrochen hat, kommt der Krankenwagen.“ Außerdem berichtet er mir über einen Traum, der ihn immer noch beschäftigt. Scheinbar hat er ein Monster getroffen und es mit Fleisch gefüttert, um es friedlich zu stimmen. Und dann: „Jetzt ist es weg, wenn ich dann wieder einträume, kommt es bestimmt wieder.“
Wir sprechen darüber, dass es Traumfänger gibt, die über dem Bett aufgehängt werden und alle bösen Träume fressen. Die Geschichte vom Monster kann ich an diesem Morgen nicht länger verfolgen.
Der Bus kommt und nimmt 33 Kinder mit. Nur die jungen Kinder in der neuen Martha-Gruppe hört man. Mein Mann Thomas kommt vorbei und bringt eine Schublade von einem neuen Puppenschrank. Er geht in die Martha-Gruppe und die Kinder rufen: „Oh, Hans Werker ist wieder da!“ Inzwischen ist er in der Gruppe bekannt, denn wie immer, wenn Dinge neu sind, gibt es viele Sachen zum Nachbessern. Die Kinder sind neugierig, schauen genau zu und wollen Erklärungen.
Ich decke den Tisch in der Franz-Gruppe, denn heute bereiten wir unser Frühstück selber zu. Frau Winkelmann in der Küche hat viele leckere Sachen eingekauft und zu einem wunderbaren Müsli Frühstück zusammen komponiert. Alle 14 Tage, nach unserem Badetermin, gibt es ein gesundes Frühstück. Immer mal etwas Anderes, mit verschiedenen Zutaten, damit die Kinder auch beim Frühstück die Vielfalt von Nahrungsmitteln erleben können. Unsere Eltern zahlen dafür 1,50 Euro.
So um 10.30 Uhr sind die Bade-Kinder wieder da und wir setzen uns gemütlich hin. An den Tischen gibt es leise Gespräche, wir bedienen uns gegenseitig und ich höre nur: „Darf ich bitte noch von den Cousinen!“ Leider habe ich nicht herausgefunden, wie diese Cousinen wohl schmecken, denn als ich mich bedienen wollte, war die Schale schon leer.
Nach dem Frühstück werden die Haare geföhnt und die Bade-Kinder spielen bis zum Schlusskreis in den Gruppen. Wie immer, gehen die ersten Kinder und Mitarbeiterinnen um 12.00 Uhr, beim Läuten der Glocke, müde, aber zufrieden mit diesem Vormittag, nach Hause.
                                                                    C. Lechtleitner

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