Neues aus dem Kindergarten

Hurra, wir haben einen Gemüsegarten!

Im Zuge des Neubaus vom Pastorenhaus hat die Kirchengemeinde die Grundstücksgrenzen neu festgelegt. So erhielt der Kindergarten den breiten Streifen des ehemaligen Erdwalls, der sich zwischen Pastorengrundstück und Kindergarten befand. Es stellte sich nun die Frage, wie sollte diese Fläche gestaltet werden? Zwei große Baumwurzeln der gefällten Robinien steckten noch in der Erde. Ackerwinde und Japanischer Knöterich zeigten auch, wer hier das Sagen hatte.
Dann kam die Idee, „Ach, wie schön wäre ein Gemüsegarten im Kindergarten!“ Uns war aber auch bewusst, dass wir für dieses Projekt fachfrauliche/ fachmännische Hilfe benötigten. Jemand der den Garten anlegt und uns Erwachsene und Kinder anleitet zu pflanzen, zu säen, zu gießen und zu jäten. In Ursel und Klaus Buthmann fanden wir diese Helfer. Als erstes musste der Boden bereinigt werden. Mit einer Fräse wurden die Baumwurzeln Stück für Stück herausgesägt. Dann wurde gepflügt und das Gartenland von Feldsteinen und altem Schutt befreit. Auch der Ackerwinde und dem Japanischen Knöterich ging es an die „Wurzeln“. Mit mehreren Frontlader-Schaufeln wurde fruchtbarer Mutterboden herangebracht und anschließend mit einigen Säcken Komposterde angereichert.
Zeitgleich hatte Ursel Buthmann den Kindern Pflanzkartoffeln in den Kindergarten gebracht. Jedes Kind suchte sich eine Kartoffel aus, die es dann drei Wochen auf der Fensterbank liegend beobachten konnte. Und eines Tages herrschte Aufregung, die ersten Triebe kamen zum Vorschein. Am 26. April war dann große Pflanzaktion. Am frühen Vormittag kam Ursel mit Eimer, Stickel, Schnur, Zollstock, Schaufel und Harke in den Kindergarten. Neugierig kamen die Kinder zu ihr. Natürlich brauchte sie fleißige Helfer. Dann hieß es: „Teo, bring mir doch mal den Zollstock und einen Stickel. So, Fietje, nun brauche ich die Schnur und noch einen zweiten Stickel.“ Eifrig brachten die Kinder das Gewünschte und beobachteten genau was „Garten Ursel“ damit machte. Es wurden sechs gerade Pflanzreihen gezogen. Als diese dann fertig waren, brachte jedes Kind „seine“ Kartoffel und legte diese unter geduldiger Anleitung in die Erde. Dabei mussten die Kinder achtgeben, dass sie nur zwischen den Pflanzreihen die Füße stellten.
Und so kam „Garten Ursel“ im Mai und Juni an unterschiedlichen Vormittagen in den Kindergarten und hatte stets ihren Eimer, Zollstock, Stickel, Harke, Schaufel, Schnur, sowie verschiedene vorgezogene Blumen – und Gemüsepflanzen und Sämereien dabei. Stets kamen neugierig die Kinder zu ihr und freuten sich, wenn es wieder hieß: „Könntest Du mir mal bitte …… bringen.“ Gerne brachten sie dann die genannten Gegenstände, pflanzten die kleinen Setzlinge oder säten unterschiedliches Saatgut.
So entstand auf 44 Quadratmetern ein prächtiger Gemüse- und Blumengarten. Dieser ist von einem wunderschönen Staketenzaun umgeben, der in schweißtreibender Arbeit von Klaus Buthmann und Thomas Lechtleitner, und mit vielen Kindern als Zuschauer, aufgestellt wurde. Hier noch einmal einen großen Dank!
Die ersten Kartoffeln konnten wir schon vor den Sommerferien genießen, sowie frischen Salat und Radieschen. Auch Erbsen und Bohnen wurden von den Kindern eifrig geerntet. Da die Bohnenernte so reichhaltig war, haben wir 2,5 kg über den Straßenverkaufsstand bei Familie Buthmann verkaufen können. Mit dem Erlös werden wir für das nächste Jahr Samen und Pflanzen einkaufen. Nun gedeihen noch Möhren, Zwiebeln, Rote Beete, Sellerie, sowie weitere Kartoffeln in der Erde.
Und wir freuen uns darauf, dass wir dann am Erntedankfest eine ganz besondere Erntedanksuppe kochen werden, nur mit selbst gepflanzten und geernteten Gemüse!
Wir freuen uns aber auch, dass wir Ursel und Klaus Buthmann als ehrenamtlich Tätige für den Kindergarten gewinnen konnten. Durch ihr Engagement, Freude und Geduld ist dieser Gemüsegarten so üppig gewachsen. Für die Kinder ist es ein sinnliches Vergnügen und sie werden aktiv in die
Gartenarbeit mit einbezogen: pflanzen, Unkraut rupfen, gießen, ernten und weiterverarbeiten. Sie erleben das Wachsen und Vergehen, das Pflegen und Beobachten. Ja, und die Ackerwinde lässt sich noch immer bei uns im Gemüsegarten sehen!
                                                                         Andrea Ehrenfried

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