Gemeindebriefe

Unser Gemeindebrief erscheint monatlich

Klicken Sie auf den Monat und Sie können den Brief als PDF-Datei lesen (Acrobat Reader muss installiert sein). Bitte etwas Geduld mitbringen.

Der Kirchenvorstand unserer Kirchengemeinde veröffentlicht regelmäßig besondere Geburtstage von Gemeindegliedern, die älter als neunundsechzig Jahre sind, sowie Ehejubiläen und kirchliche Amtshandlungen (z.B. Taufen, Konfirmationen, kirchliche Trauungen und Bestattungen) ohne Anschriften im Gemeindebrief. Kirchenmitglieder, die keine Veröffentlichung wünschen, können das dem Pfarramt mitteilen. Die Mitteilung sollte bis zum 10. eines Monats (Redaktionsschluß) der Redaktion, dem Pfarramt oder dem Internetbeauftragten vorliegen (siehe: Portraits-Kontakte)

 

Gemeindebrief November 2017

 

 

 

Monatsspruch November 2017

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein
und sie sollen mein Volk sein.
Ezechiel 37,27

Monatsspruch Dezember 2017

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lukas 1,78–79

Monatsspruch Januar 2018

Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren.
Deuteronomium 5,14

Jahreslosung 2017

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz
und lege einen neuen Geist in euch.“
Hesekiel 36,26

Dr. Brandy-Landessuperintendent für den Sprengel Stade

Andacht zur Jahreslosung 2017

Es kann erglühen und pochen, hämmern und stocken, brechen und zerspringen. Es kann verschenkt werden, unergründlich und offen sein. Und auch auf der Zunge können wir es tragen – unser Herz. Es
kann aber auch trotzig und verzagt sein.
In der Bibel ist „Herz“ eines der am meisten gebrauchten Worte. Kein Wunder, gilt das Herz doch als Kern unserer Person, als unsere Mitte. Hier treffen wir unsere Entscheidungen, fühlen und empfinden wir.
Ein neues Herz, einen neuen Geist will Gott schenken. So sagt es der Prophet Hesekiel seinem Volk Israel zu, das zu dieser Zeit in der babylonischen Gefangenschaft sitzt. Statt eines Herzens aus Stein,
so die prophetischen Worte, gibt Gott ein lebendiges und großes Herz. Konkret heißt dies für Hesekiel: die Schwachen schonen, fair handeln – auch gerade im wirtschaftlichen Zusammenhang – und Unrecht meiden. Das schrieb er vor 2.500 Jahren.
„Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“, sagte Martin Luther zwei Jahrtausende später.
2017 feiern wir das 500-jährige Jubiläum der Reformation, die 1517 mit der Veröffentlichung von Luthers Thesen begann. Er wollte seine Kirche von ihrer Mitte - quasi von ihrem Herzen her -
erneuern und reformieren. Selbstkritische Fragen gehören daher für mich zu diesem Jubiläumsjahr: Woran hänge ich ganz persönlich mein Herz? Was dient mir zur Orientierung? Aber auch als Gemeinde, ja als Kirche insgesamt, ist immer wieder zu fragen: Was ist bei uns zu erneuern, zu reformieren?
Gerade das Reformationsjubiläum darf sich ja nicht darin erschöpfen, die Vergangenheit zu feiern, sondern die Freiheit eines Christenmenschen für unsere Zeit durchzubuchstabieren, das Herz neu auf Christus auszurichten und es für den Nächsten zu öffnen.
Es ist gut, dass wir hier als evangelische und katholische Christen Seite an Seite stehen und gemeinsam 2017 ein Christusfest feiern können. Denn uns verbindet viel mehr als uns trennt. Und
nach der Bibel ist der Geist, den Gott gibt, ein Geist, der zusammenführt: Ein Geist – verschiedene Gaben.
„Kirche im Reformstress“ – so hört man bisweilen kritisch über die kirchlichen Reformbemühungen der vergangenen Jahre. Reform ist immer wieder nötig – eine der Grundeinsichten der Reformation.
Und das geschieht in unserer Kirche. Aber manche, die sich hier dankenswert engagieren, stöhnen doch sehr über die Belastungen.
Die Jahreslosung 2017 ist die große Ansage gegen allen Reformstress: Gott selbst schenkt Erneuerung. Und zwar ganz von innen her – durch Erneuerung des Herzens und durch einen neuen
Geist. Das ist das Gegenteil eines Appells zu neuen Anstrengungen. Es ist die Einladung, Gott wirken zu lassen. Dafür braucht es Zeit und Raum. Eine wunderbare Ermutigung gerade für das Jubiläumsjahr. Reform muss nicht erzwungen werden, sie will wachsen.
Einen neuen Geist schafft Gott in uns. Allein aus Gnade – eines der Leitmotive der Reformation – wendet er sich uns Menschen zu, erhält und erneuert seine Kirche. Uns bleibt, aus diesem neuen Geist zu leben und als seine Gemeinde mit einem neuen Herzen Gottes Botschaft in Wort und Tat in die Welt zu tragen.
Frei und unerschrocken dürfen wir dies tun, denn Gottes Zusage gilt:
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Hans Christian Brandy,
Landessuperintendent für den Sprengel Stade

Andacht zur Jahreslosung 2018

Gott spricht:
„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“
Offenbarung 21,6

Im letzten Sommer sind wir in Südfrankreich Fahrrad gefahren. Oft bei großer Hitze. Wie wohltuend war es da, dass man in Frankreich immer als erstes eine Karaffe frischen Wassers auf den Tisch bekommt, kostenlos vom Wirt dorthin gestellt. Wasser für Durstige - ganz umsonst.
Vom lebendigen Wasser, das Gott den Durstigen umsonst geben will, spricht die Jahreslosung aus der Offenbarung des Johannes, ein Satz aus den letzten Kapiteln der Bibel. Eine grandiose Zukunftsvision, ein einzigartiges Bild der Zukunft Gottes mit den Menschen: Gott wird bei seinen Menschen wohnen. Er wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. Einer der größten Hoffnungstexte des Christentums, ja der Menschheit.
Für die Christen am Ende des ersten Jahrhunderts waren die Worte nicht ferne Zukunftsmusik, sondern konkreter Trost in schwerer Zeit: Die christliche Gemeinde lebte in Bedrängnis, nicht zuletzt, weil sie sich der religiösen Verehrung des Kaisers widersetzte. Da waren manches Mal Tränen, Schmerz, Geschrei und Tod. In dieser Lage gaben die Bilder des Sehers Johannes Hoffnung. Und sie gaben Kraft, die Gegenwart zu bestehen und zu gestalten. Wo die Christen sich von dieser Zukunft Gottes erzählten, da war Trost, da wurde schon Durst gestillt, da war Gott bereits da.
Ob wir dieses Wort für 2018 auch so hören können? Bedrängnisse und Sorgen belasten auch uns. Rasante technische Entwicklungen sorgen für immer mehr Beschleunigung, das Klima verändert sich gefährlich, manche politischen Entwicklungen in Europa und in der Welt treiben uns die Sorgenfalten auf die Stirn. Da ist manchmal für große Hoffnungen gar kein Platz. Wir sind schon dankbar, wenn es halbwegs gelingt, die Probleme in den Griff zu bekommen und den Ist-Zustand zu sichern. Dabei wäre doch genug zu tun.
„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Solche Bilder haben durch alle Jahrhunderte hindurch ermutigt, gerade in dunklen Zeiten. In Südafrika war die Offenbarung beispielsweise eine entscheidende Kraft der Christen im Kampf gegen die Apartheid. Denn in ihr wird die Vision von einer Welt ohne Ungerechtigkeit und Leiden formuliert. Solche Bilder können auch eine große Ermutigung für unser gegenwärtiges Handeln sein.
Lebendiges Wasser. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Nicht einen Tag können wir ohne Wasser bestehen. Aber wir kennen nicht nur den Durst nach Wasser, sondern auch den nach Leben, nach Erfüllung, nach Sinn, nach Liebe. Lebendiges Wasser umfasst für mich all das.
Das will Gott schenken. So wie er es schon einmal getan hat, als Jesus von Nazareth in einem Stall in diese Welt gekommen ist, um unter uns zu wohnen. Die Weihnachtszeit ist für manchen bis heute wie ein Becher frischen Wassers nach langer Durststrecke.
Jesus hat später an einem Brunnen in der Wüste einer Fremden aus Samarien gesagt, er selbst sei das lebendige Wasser (Johannes 4,10): Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten. Und: Jesus bringt zum Ausdruck, dass Menschen, die ihm vertrauen, zu einer Quelle der Lebendigkeit für andere werden können: Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (Johannes 7,38).
Lebendiges Wasser – umsonst. Ohne Leistungsdruck, ohne dass uns die Rechnung präsentiert wird. Eine Karaffe frischen Wassers kostenlos auf den Tisch gegen den Durst der Ohnmacht, der Verzweiflung, der Verzagtheit. Eine großartige Zusage Gottes für das neue Jahr. Und eine große Ermutigung, im Vertrauen auf Christus aktiv die Gegenwart und die Zukunft zu gestalten. In den 365 Tagen des Jahres 2018, aber auch darüber hinaus.
Es grüßt Sie herzlich,
Ihr
Hans-Christian Brandy, Landessuperintendent im Sprengel Stade

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